Im Mai vergangenen Jahres bekamen wir gegen halb drei einen Anruf aus Eppendorf. Der Kunde, nennen wir ihn Jan, hatte für seine 60 Quadratmeter im zweiten Stock drei Helfer für sieben Uhr morgens gebucht. Bezahlt wurde nach Stunde, der Mietwagen lief seit acht. Um vierzehn Uhr standen schätzungsweise dreißig Prozent der Wohnung unten am Bordstein, der Rest, vor allem Bücher und ein wuchtiger Eichenkleiderschrank, war noch oben. Das Treppenhaus, klassisch Hamburger Altbau, war exakt fünfundachtzig Zentimeter breit. Der Schrank passte nur diagonal um den Treppenabsatz, das kostete jedes Mal zwei Mann und vier Minuten. Aufzug gab es keinen. Jan hatte sich an die Internet-Faustformel gehalten, ein Helfer pro zwanzig Quadratmeter, und kam jetzt auf den ungemütlichen Punkt, an dem man rechnet, ob es sich lohnt, noch jemanden anzurufen oder einfach Überstunden zu zahlen.
Diese Rechnung machen wir hier ehrlich auf. Mit Zahlen, die wir aus mehr als siebenhundert Umzügen in Altona, Eimsbüttel, Winterhude und Wandsbek kennen, und mit den Faktoren, die in keiner Standardformel auftauchen.
Die Faustformel aus dem Internet, und warum sie zu kurz greift
Wenn du googelst, findest du immer dieselbe Rechnung. Ein Helfer pro fünfzehn Quadratmeter, manchmal pro zwanzig. Das Problem ist nicht die Zahl an sich, das Problem ist, dass sie tut, als wäre eine Wohnung in Eimsbüttel mit vierzig Quadratmetern dasselbe wie vierzig Quadratmeter in einem Bergedorfer Neubau mit Aufzug und breiten Fluren.
Eine Singlewohnung mit IKEA-Möbeln im ersten Stock mit Aufzug ist in vier Stunden mit zwei Helfern leer. Dieselben vierzig Quadratmeter im vierten Stock im Altbau, mit zwei Bücherregalen und einem Massivholzbett, brauchen drei Helfer und sechs Stunden. Die Internet-Formel rechnet beides gleich. Wir nicht.
Was die Faustformel komplett ignoriert: die Zeit, die für jedes einzelne Möbelstück durchs Treppenhaus draufgeht. In einem engen Hamburger Treppenhaus verlierst du pro Stockwerk und pro großem Möbelstück circa drei bis fünf Minuten. Bei zwanzig größeren Stücken und vier Stockwerken sind das schnell fünf bis sieben Stunden, nur fürs Tragen. Da hilft kein zusätzlicher Helfer, der unten steht und wartet.
Was die Helferzahl wirklich bestimmt
Die ehrliche Antwort ist, dass fünf Faktoren zusammenwirken. Wer nur einen davon anschaut, rechnet sich in die Tasche.
Erstens, die Quadratmeter. Klar, Grundgröße. Aber eben nur Grundgröße.
Zweitens, die Möbelmenge. Eine möblierte Wohnung mit Erbstücken, fünfhundert Büchern und schweren Massivholz-Stücken ist eine andere Liga als eine Studentenbude mit Matratze, Schreibtisch und Kleiderstange. Wir messen das grob über die Anzahl voraussichtlicher Umzugskartons. Unter zwanzig Kartons ist Single-Niveau, vierzig bis sechzig sind Paar, achtzig plus ist Familie.
Drittens, das Stockwerk. Jeder Stock ohne Aufzug erhöht den Zeitaufwand spürbar. Erdgeschoss bis erster Stock ist fast egal, ab dem dritten wird es zäh, ab dem fünften nehmen viele Trupps Aufschläge.
Viertens, der Aufzug. Aufzug oder kein Aufzug ist der größte Einzelfaktor nach den Quadratmetern. Ein vierter Stock mit Aufzug ist schneller als ein zweiter Stock ohne. Klingt komisch, stimmt aber.
Fünftens, die Treppenhausbreite. In Altbauten in Ottensen, der Sternschanze, St. Pauli oder Eimsbüttel sind Treppenhäuser oft zwischen achtzig und neunzig Zentimeter breit. Sobald ein Sofa oder ein Schrank schräg um die Kurve muss, kostet das Zeit. Im Neubau in der HafenCity oder Bergedorf hast du teilweise einen Meter zwanzig, das ist eine andere Welt.
Die ehrliche Tabelle für Hamburg
Hier die Werte, die wir aus der Praxis kennen. Sie gelten für Wohnungen mit Aufzug oder maximal zweitem Stock ohne Aufzug, also den Standardfall. Für die Aufschläge weiter unten siehe den nächsten Abschnitt.
Bis 35 Quadratmeter, Singlewohnung. Zwei Helfer plus ein Fahrer, fünf bis sechs Stunden. Realistisch ein Sprintertag. Wenn du wenig hast, eventuell zwei plus Fahrer, der mit anpackt.
35 bis 50 Quadratmeter, Studentenbude oder kleines Paar. Zwei bis drei Helfer plus ein Fahrer, sechs bis acht Stunden. Hier kippt es. Wenn du noch in der Studi-WG-Phase bist, reichen zwei Helfer und ein Fahrer, der mit packt. Wenn ihr schon Erwachsenen-Möbel habt, ist der dritte Helfer kein Luxus.
50 bis 75 Quadratmeter, zwei bis drei Zimmer. Drei bis vier Helfer plus ein Fahrer, sieben bis zehn Stunden. Das ist die häufigste Konstellation in Hamburg, gerade in Eimsbüttel oder Winterhude. Drei Helfer reichen oft, vier sind sicherer, wenn ihr ein Schlafzimmer mit Massivholz habt oder die Bücher von zwei Vielleserinnen.
75 bis 100 Quadratmeter, Familie. Vier bis fünf Helfer plus zwei Fahrer, acht bis zwölf Stunden. Wir empfehlen fast immer zwei Fahrzeuge, weil das Pendeln zwischen Wohnungen sonst zum Engpass wird. Mit fünf Mann und zwei Sprintern bekommst du eine Vier-Zimmer-Wohnung in einem Tag durch, mit vier Mann oft erst gegen Abend, das wird stressig.
Über 100 Quadratmeter mit Aufzug. Vier bis fünf Helfer skaliert linear, plus zwei Fahrzeuge. Ab 130 Quadratmetern eher sechs Helfer, sonst läuft der Tag länger als zwölf Stunden, das ist nicht effizient.
Über 100 Quadratmeter, Altbau ohne Aufzug. Fünf bis sechs Helfer, und unsere ehrliche Empfehlung lautet zwei Tage. Lieber Tag eins für Möbel und Tag zwei für Kartons, oder Tag eins für die alte Wohnung und Tag zwei für die neue. An einem einzigen Tag wird es entweder hetzerisch oder es endet um zweiundzwanzig Uhr im Dunkeln, beides ist unangenehm.
Die Zuschläge, die niemand einrechnet
Die obigen Zahlen sind Standard-Hamburg. Das echte Leben hat Zuschläge.
Treppenhaus unter neunzig Zentimeter. Plus ein Helfer, oder rechne mit anderthalbfacher Zeit. In Ottensen oder St. Pauli ist das Standard, in Eppendorf in Gründerzeit-Häusern ebenfalls. Frag deinen Vermieter nach der Treppenhausbreite oder miss selbst nach. Sechsundachtzig Zentimeter ist nicht dasselbe wie achtundneunzig.
Schwere Bibliothek oder Massivholz-Möbel. Plus dreißig Prozent Zeit. Bücher sind wegen ihres Gewichts ein gemeiner Faktor. Eine Wand mit Büchern wirkt klein, wiegt aber so viel wie ein Sofa. Wir rechnen pro Regalmeter Bücher zwei Umzugskartons, und ein voller Bücherkarton wiegt zwanzig bis fünfundzwanzig Kilo. Klaviere und Flügel transportieren wir nicht — dafür gibt es spezialisierte Klaviertransporte. Truxi konzentriert sich auf Möbel, Hausrat und Tresore.
Vierter Stock und höher ohne Aufzug. Plus dreißig bis fünfzig Prozent. Hier macht die Helferzahl tatsächlich einen Unterschied, weil Pausen für die Träger nötig werden. Drei Helfer im fünften Stock sind erschöpfter und langsamer als vier Helfer mit kürzeren Wegen.
Enge Möbel-Übergänge. Plus eine Stunde verloren pro problematischem Möbelstück. Wir hatten in Winterhude einen Eichenschrank, der so eng durchs Treppenhaus passte, dass wir ihn zerlegen mussten. Das war eine Stunde, in der die anderen Helfer faktisch warteten.
Halteverbots-Genehmigung vergessen. Wenn du keine bekommst, parkt der Sprinter zwanzig Meter weiter. Das sind pro Karton dreißig Sekunden mehr, mal hundert Kartons. Rechne fünfundvierzig Minuten extra, mindestens. Mehr dazu in unserer Acht-Wochen-Checkliste für den Umzug in Hamburg.
Hamburg-spezifisch, weil Hamburg eben Hamburg ist
Drei Punkte, die hier ein bisschen anders ticken als in Bayern oder im Ruhrgebiet.
Erstens, die Halteverbotszone. Du beantragst sie beim Landesbetrieb Verkehr, die Bearbeitung dauert zehn bis vierzehn Tage. Ohne Halteverbot vor der Tür stehst du am Umzugstag dumm da, parkst eventuell hundert Meter weiter und brauchst eine Stunde länger. Diese Stunde kostet dich beim Stundensatz von vierzig bis sechzig Euro pro Helfer mehr als die Genehmigung selbst.
Zweitens, die U-Bahn-Stationen. Wir meiden Anlieferungen direkt vor U-Bahn-Eingängen oder an Hauptverkehrsadern wie der Mönckebergstraße oder dem Jungfernstieg, weil dort der Verkehr unberechenbar ist und Halteverbote oft schwerer durchzusetzen sind. In den Wohnvierteln, also Eimsbüttel, Winterhude, Eppendorf, Barmbek, läuft das deutlich entspannter.
Drittens, der Berufsverkehr. Hamburg hat morgens zwischen sieben und neun und nachmittags zwischen sechzehn und neunzehn Uhr ordentliches Stau-Aufkommen, gerade auf der A7 und auf den Elbbrücken Richtung Süden nach Harburg. Wer einen Umzug von Altona nach Bergedorf plant und morgens um halb acht startet, verliert leicht eine Stunde Anfahrt. Wir starten lieber um sieben oder erst um halb zehn.
Was passiert, wenn du zu wenig Helfer hast
Das ist der häufigste Fehler. Du sparst vermeintlich Geld, weil du dir die ehrlichen Faktoren schönredest. Was du nicht einrechnest, ist Folgendes.
Der Mietwagen läuft. Stundenweise gemietete Sprinter kosten je nach Anbieter zwischen achtzehn und dreißig Euro pro Stunde, bei größeren Modellen schnell vierzig. Wenn du statt acht Stunden zwölf brauchst, ist das ein Zuschlag von achtzig bis hundertsechzig Euro. Diese Mehrkosten gleichen den nicht gebuchten Helfer mehr als aus.
Der Vermieter wartet. Wenn du die Wohnungsübergabe für siebzehn Uhr vereinbart hast und um zwanzig Uhr noch packst, wird es unangenehm. Im schlechtesten Fall verschiebt sich die Übergabe auf den nächsten Tag, du zahlst eine zusätzliche Tagesmiete und musst nochmal kommen.
Die Helfer sind erschöpft. Das ist der Faktor, der am wenigsten in Tabellen auftaucht und am häufigsten zu Schäden führt. Erschöpfte Träger lassen Möbel schief um Ecken, Türzargen kriegen Macken, Glasplatten brechen. Wer das mit Bekannten macht, hat danach eine unangenehme Diskussion. Wer das mit professionellen Helfern macht, hat eine Versicherung, aber auch dort gilt: ein ausgeruhter Trupp arbeitet sauberer.
Du bezahlst am Ende fast immer mehr. Das ist die mit Abstand häufigste Erfahrung aus unseren über siebenhundert Umzügen. Der Versuch, einen Helfer einzusparen, kostet im Schnitt zwischen achtzig und zweihundert Euro mehr, weil die Stunden ausufern. Was tun, wenn die Umzugshelfer dann doch nicht kommen, beschreiben wir an anderer Stelle.
Was passiert, wenn du zu viele Helfer hast
Den umgekehrten Fall gibt es auch. Mehr ist nicht immer besser.
Helfer stehen rum. In einer Singlewohnung mit fünf Helfern stehen drei davon dauerhaft im Weg. Es gibt eine Grenze, wie viele Hände gleichzeitig produktiv sein können, vor allem in engen Treppenhäusern. Zwei tragen, einer dirigiert oder reicht an, der vierte und fünfte warten. Das kostet trotzdem Geld.
Der Effizienzgewinn ist kleiner als gedacht. Vier Helfer machen einen Umzug nicht doppelt so schnell wie zwei. Eher ein Komma fünf bis ein Komma sieben Mal so schnell. Ab Helfer fünf in einer normalen Wohnung wird der Zusatznutzen deutlich kleiner.
Unsere Praxis-Empfehlung lautet trotzdem, lieber einen Helfer mehr als zu wenig, und lieber zwei Stunden Puffer einplanen. Der Grund ist einfach: ein zu großer Trupp kostet dich vielleicht achtzig Euro extra, ein zu kleiner Trupp kostet im Schnitt das Doppelte plus Nerven plus Schadensrisiko.
Wann lohnt sich ein professioneller Trupp gegenüber Freunden mit Bier
Bei bis zu fünfunddreißig Quadratmetern, Erdgeschoss bis zweitem Stock mit Aufzug, sind drei Freunde plus ein Mietsprinter eine vertretbare Lösung. Das ist Studi-Klassiker.
Ab fünfzig Quadratmetern oder ab drittem Stock ohne Aufzug wird der Punkt erreicht, an dem ein Profi-Trupp inklusive Versicherung, Werkzeug und Routine günstiger oder zumindest nicht teurer ist. Wir haben in Eppendorf und Eimsbüttel mehrere Familien gesehen, die nach dem ersten Versuch mit Freunden für die zweite Wohnung professionelle Hilfe gebucht haben. Mehr zu Vor- und Nachteilen findest du in unserem Überblick zum Privatumzug in Hamburg.
Auch das Timing zählt. Wer flexibel ist und nicht am Monatsende oder zum Quartalswechsel umzieht, spart oft beim professionellen Trupp. Wann es ruhiger ist und warum, steht in unserem Artikel zur besten Zeit für den Umzug in Hamburg.
Mini-FAQ
Reichen zwei Helfer für 50 Quadratmeter? Nur wenn du wenig Möbel hast, im ersten oder zweiten Stock wohnst und ein Aufzug da ist. Sobald eines davon nicht stimmt, sind drei Helfer ehrlicher.
Brauche ich einen separaten Fahrer oder kann der Helfer fahren? In sehr kleinen Umzügen, also bis fünfunddreißig Quadratmeter, kann der Fahrer mitpacken. Ab fünfzig Quadratmetern lohnt sich ein dedizierter Fahrer, weil die Fahrten zwischen den Wohnungen sonst zum Engpass werden.
Wie viele Stunden plane ich pro Helfer? Rechne nicht pro Helfer, rechne als Trupp. Bei drei Helfern plus Fahrer ist eine Wohnung von fünfundsiebzig Quadratmetern in sieben bis zehn Stunden bewegt, je nach Treppenhaus.
Was, wenn ich am Tag selbst merke, es reicht nicht? Anrufen. Wir haben in Hamburg mehrfach kurzfristig Helfer dazugeschickt, wenn ein Kunde gegen Mittag merkt, dass die Rechnung nicht aufgeht. Es ist immer noch günstiger, als bis Mitternacht weiterzumachen.
Tresor im Umzug, was ändert sich? Tresore transportieren wir, das ist Standard im Möbeltaxi-Geschäft. Bei schweren Stücken über zweihundert Kilo plane zwei zusätzliche Helfer und sag der Disposition vorher Gewicht, Maße und Stockwerk durch, dann wird der passende Wagen geschickt. Klaviere und Flügel transportieren wir nicht — dafür gibt es spezialisierte Klaviertransporte. Truxi konzentriert sich auf Möbel, Hausrat und Tresore.
So gehst du jetzt vor
Miss dein Treppenhaus, zähl deine Bücherregalmeter, schau auf die Quadratmeterzahl und ob ein Aufzug da ist. Geh durch die Tabelle oben, addier die Zuschläge, und bestell dann einen Helfer mehr, als die Rechnung sagt. Bestell deine Halteverbotszone zehn Tage vorher. Plane zwei Stunden Puffer. Wenn du am Vorabend schon die Hälfte verpackt hast, läuft der eigentliche Umzugstag eine Stufe entspannter.
Wer den Aufwand eingrenzen will, kann uns gerne anrufen. Unter 040 228 699 39 schauen wir uns deine Situation an und sagen ehrlich, ob es drei oder fünf Helfer sind und wie viele Stunden realistisch sind. Lieber zehn Minuten Telefonat vorher als zwei Stunden Stress am Umzugstag.